Welche MetaTrader Brokerarten für Ihren Expert-Advisor gibt es?
MetaTrader Broker ist nicht gleich MetaTrader Broker!
In den nächsten Absätzen befindet sich ein Überblick sowie Erläuterungen zu den grundsätzlichen Eigenschaften und Unterschieden der 3 typischen Brokerarten: Dealing-Desk Broker // ECN-Broker // STP-Broker.
Wenn Sie mehr Details über MetaTrader Broker aus diesen Bereichen wissen möchten, können Sie anschließend auf unseren Unterseiten für die transparente Auswertung der verschiedenen Datenfeeds für zahlreiche Reale- und auch Demo-Accounts nachlesen. Dort analysieren wir anhand messbarer Fakten die verschiedenen Broker und geben einen kleinen Einblick in die tatsächlichen Datenfeeds.
Man unterscheidet grundsätzlich 3 verschiedene Arten von MetaTrader Brokern:
DEALING DESK - DD-Broker
Broker die ihre Kurse über einen Dealing Desk stellen, bieten in den meisten Fällen einen festen Spread an. Dieser Spread ist in der Regel höher als der Spread, der über einen direkten Marktzugang erzielt werden könnte. Der Broker verdient sein Geld also über die Differenz des Spreads, mit dem er sich am Interbankenmarkt refinanziert, gegenüber dem Spread dem Er den Kunden weiter gibt.
Häufig werden Dealing Desk Broker auch "Market Maker" genannt, denn die Kurse, die der Kunde erhält, haben aufgrund der Aufschläge des Dealing-Desks nicht viel mit dem realen Interbanken-Handel zu tun. Sie sind also ein künstlich geschaffener Markt und nicht immer im Interesse des Kunden, denn tendenziell sind sie natürlich aufgrund der Spread-Aufschläge zu hoch, bzw. wesentlich höher als der Spread im Interbankenmarkt. Der scheinbare Vorteil des Tradings mit MetaTrader "kostenloses Trading" ist damit zum Teil hinfällig, denn für jeden Punkt Spread den der Broker aufschlägt, gehen dem Kunden pro Lot ungefähr 7,5€ verloren (um es genau zu berechnen: der Mehrpreis je Lot / je Punkt beträgt beim EUR/USD = (1/aktueller Kurs * 10). Bei einem EUR/USD Kurs von 1,3785 sind das also genau 7,24€)!
Die Gefahr bei DD-Brokern ist immer das Traden gegen den Kunden. Diverse Dealing Desk Broker leben von den Verlusten ihrer Kunden. Es gibt natürlich auch seriöse DD-Broker, aber so einige schwarze Schafe arbeiten mit zahlreichen Plugins, um die Performance der Kunden negativ zu beeinflussen. StopLoss Fishing, Requotes, immer wieder hohe Slippagse und Ähnliches sind Anzeichen für den Versuch der Manipulation der Performance zuungunsten des Traders oder Handelssystems. Allerdings sollte man auf keinen Fall vorschnell urteilen, denn nur wegen einer hohen Slippage in einer volatilen Phase, oder einem Requote bei einem kurzen Datenspike tradet Ihr Broker nicht gleich gegen Sie!
Electronic Communication Network - ECN-Broker
Die Abkürzung ECN steht für “Electronic Communication Network”. Das wesentliche Merkmal eines ECN-Brokers ist der flexible Spread. Je nachdem wie die Kurse der verbundenen Liquiditätsprovider (Banken) gestellt werden, sind auch die Kurse des ECN-Brokers. Ein ECN-Broker bildet keine eigenen Kurse über einen Dealing-Desk, sondern er stellt eine Verbindung (ein Netzwerk) zwischen den Tradern und den angeschlossenen Interbanken (Liquiditätsprovidern) dar.
Auch ECN-Broker müssen Geld verdienen. Da die sie am Spread nichts verdienen weil sie keine Spreaderweiterung zu ihren eigenen Gunsten vornehmen, wie ein Dealing Desk, bezahlt man bei einem ECN-Broker in der Regel eine Kommission für das Traden. Trotz dieser Kommission ist das Traden bei einem ECN-Broker oftmals vorteilhaft aufgrund der deutlich geringeren Spreads. Es gibt aber auch einige ECN-Broker, die auf den sehr geringen Spread aus dem Interbankenhandel fix 0.2 oder 0.4 Punkte aufschlagen und über diesen Weg ihr Geschäft finanzieren. Auch diese Variante ist in der Regel wesentlich günstiger als eine DD-Broker Variante.
Ein weiterer Vorteil ist der Fakt, dass ein ECN-Broker keine Gegenposition zu den Kundenpositionen aufbaut, also unter Umständen gegen seine Kunden tradet. Ein ECN-Broker verdient sein Geld hauptsächlich über Kommissionen und ist daher an profitablen/langfristigen Tradern interessiert, die viele Trades generieren, also viel Umsatz machen und das im Idealfall noch mit wachsendem Konto, denn auch das erhöht tendenziell das Tradingvolumen. Stoploss Fishing und ähnliche "Spielereien" wie Spreaderweiterung bei News gibt es bei ECN-Brokern (fast) nicht.
Zu guter Letzt bieten einige ECN-Broker inzwischen auch einen Einblick in die aktuelle Markttiefe an, also die Gegenüberstellung von Angebot und Nachfrage an nachfolgenden Kursleveln. Tradingstrategien die auf eine Auswertung der Ordertiefe basieren werden damit ermöglicht.
Straight Through Processing - STP -Broker
Bei einem STP-Broker werden die Orders direkt vom Kunden an die Liquiditätsbanken, also die Banken des Interbankenhandels für den Devisenmarkt, weitergeleitet. In der Regel arbeiten STP-Broker nur mit einer Bank aus dem Interbankenverbund zusammen, andere wiederum arbeiten mit mehreren Liquiditätsprovidern zusammen (was dann jedoch schnell in Richtung ECN geht). Sicherlich kann es sich vorteilhaft auswirken, wenn Kundenorder an verschiedene Banken durchgeroutet werden, denn dadurch ist die nötige Liquidität zur Ausführung der Orders eher gewährleistet und es können höhere Volumen bedient werden.
Der Hauptvorteil dieser Art der Orderabwicklung ist, dass der Trader / der Kunde mehr oder weniger direkt am Interbankenhandel teilnehmen kann. Die Order werden entsprechend ohne Brokereinwirkung bzw. Dealing Desk direkt ausgeführt. Die vPE Bank ist aktuell beispielsweise ein klassischer STP-Broker. Die Kundenaufträge werden direkt an den angebundenen Liquiditätsprovider MAREX durchgeroutet.
Es gibt allerdings auch bei STP-Brokern solche und solche. So werben manche Broker mit Straight Through Processing, allerdings nicht bei 100% der Trades. Das bedeutet, sie bilden eine Mischform eines STP und DD - Brokers. Es werden kleine Trades eher über den DD geführt, das heißt, der Broker nimmt dann eine Gegenposition ein bzw. agiert als Market Maker. Bei großen Trades oder auch bei profitablen Kunden hingegen, werden die Orders direkt an die Banken des Interbankenhandels weitergeroutet. Der Broker zieht seinen Profit also einmal aus erfolglosen Kundentrades (Kunde macht Verlust = Broker macht Gewinn) sowie aus der Arbitrage der verschiedenen Spreads im Interbankenhandel.
Non Dealing Desk - NDD-Broker
Der NDD - Broker ist entweder ein ECN - oder STP Broker, er hat also keinen Dealing Desk zwischen dem Kunden und dem eigentlichen Forex - Markt (Interbankenhandel) geschaltet. Es kommt entsprechend zu sehr kurzen Ausführungszeiten, eigentlich keinen Requotes oder anderen Verzögerungen. Der Spread wird nicht vom Broker beeinflusst, sondern kommt direkt aus den im Interbankenhandel angebotenen / verfügbaren Quotes.
Achtung: Nur weil ein Broker sich ECN oder STP Broker nennt, bzw. vorgibt, seine Orders nach diesem Verfahren mit hoher Geschwindigkeit im Interesse des Kunden abzuwickeln, so muss das noch lange nicht stimmen! Es gibt leider diverse Broker die auf das Markenzeichen ECN oder STP setzen, aber in Wahrheit ihre Trades noch immer über einen Dealing-Desk abwickeln. Ein Dealing-Desk muss zwar nicht immer negativ für den Kunden sein, aber sollten Sie einen Broker mit hohen Spreads (z.B. EUR/USD > 2 oder USD/JPY > 2), langsamen Ausführungszeiten, regelmäßiger Slippage, Requotes am TakeProfit, abgefischten StopLoss usw. haben, dann sollten Sie dringend über einen Wechsel nachdenken. Es gibt inzwischen sehr viele gute MetaTrader Broker und ein Wechsel ist in der Regel sehr schnell und unkompliziert!



